Das Blatt wendet sich
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Meine neue Familie
Auch ihnen schien es nicht sonderlich gut zu gehen und sie waren abgezehrt, durstig und hungrig. Als sie das erste Futter hier bekamen war es für uns alle ein richtiges Fest. Wir waren wieder zusammen und hoffentlich trennt uns nichts und niemand mehr. Alle drei hatten wir so viele Parasiten und die schwächten uns enorm. Die Mittel die wir schlucken sollten, waren alles andere als gutschmeckend. Trotzdem haben wir sie genommen. Die beiden erzählten mir was noch alles so lief nachdem ich weg war. Alle drei zusammen und bitte keinen mehr von uns wegnehmen, ok? |
Die schwere Krankheit bricht voll ausDann war es soweit, die Gedanken an zuhause waren da, mir ging es so schlecht und ich frass nichts mehr. Meine Leber und meine Niere streikten. Ich war furchtbar krank. Und meine Freunde auch, die hatten die selben Krankheiten auch. So konnte keiner den anderen aufmuntern und über die schweren Stunden trösten. Meine neuen Freunde kümmerten sich Tag und Nacht um uns. Kurz vor
Weihnachten war es dann so weit, dass wir mit unseren weissen Zungen nun auch
noch mit Lungenentzündungen zu kämpfen hatten. Meine Menschenfreundin kam zu
mir, nahm mich heraus und drückte mich ganz fest an sich. Sie weinte und sagte
immer wieder zu mir, dass ich nicht aufgeben darf. Sie erzählte mir, dass ich
eingeschläfert werden sollte. Was auch immer das heissen mag, es muss schlimm
sein, denn meine Freundin weinte bitterlich und der Mann an ihrer Seite auch.
Sie sagte mir auch, dass sie es nicht erlauben werde und diese schweren Zeiten
mit uns zusammen durchstehen werde. Ich wollte einfach nur leben! Ich habe meine neuen Freunde (Mensch und Schildkröten) immer wieder genau angesehen und festgestellt, dass sie mit mir zusammen wirklich durch die Hölle gingen. Gemeinsamkeit macht stark und ich habe gelernt, dass man sich auf einige Menschen doch verlassen kann. Weil ich abgenommen hatte und so schwer krank war, bekam ich nun Spritzen und das Futter wurde mir direkt in den Magen gegeben. Igitt war das unangenehm, wenn sie mir den Schlauch in den Magen geführt haben. Anschliessend war ich immer so was von satt. Es hat gut getan, denn so waren die Schmerzen im Magen durch den Hunger wenigstens wieder weg. Nach einer Spritze musste ich mich übergeben, das war scheusslich. Eine andere diente dazu, dass ich pinkeln musste, es war keine Möglichkeit irgendwie das zu bremsen. Schmerzen hatte ich fürchterliche und die einzigste Linderung in der Zeit waren die warmen Bäder die man mir machte. Tees in denen ich baden durfte, die habe ich auch gerne mal getrunken. Ich kann euch sagen, das war eine schlimme Zeit. Mir war immer so schlecht, ich war müde und wollte aber nicht schlafen. Ich wollte allein sein und gleichzeitig wieder nicht. Ich hatte Hunger und bekam keinen Bissen hinunter. Es war eine schlimme Zeit. Ich war um es ganz schlicht zu sagen ... sterbenskrank.
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Es geht wieder aufwärts
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Unser erster Sommer in DeutschlandNachdem wir uns einigermassen erholt hatten und auch wieder regelmässig gefressen haben, war es Sommer geworden. Was geschah denn nun ? Unser Terrarium haben wir gekannt und wir sind immer noch sehr schüchtern und trauen uns keinen Meter aus den Verstecken heraus. Der Tag war da, wir wurden in eine Kiste gesteckt und hinausgetragen. Da war ein grosser hohler Baumstamm, unter dem haben wir uns zu dritt eng aneinandergedrückt versteckt. Das war unser Hauptversteck den ganzen Sommer lang. Morgens war der Baumstamm im Schatten, dann kam die Sonne zu uns herein und wir haben es richtig genossen, gegen Abend waren wir dann wieder im Schatten. So hat es uns schon gefallen, aber aus dem Baustamm heraus haben wir uns von allein noch nicht getraut. Das Gehege scheint groß zu sein, aber allein auf die Pirsch, das ist uns einfach noch zu riskant. Wer weiss, was uns da passiert, wenn wir unsere sichere Höhle verlassen? Zum fressen werden wir immer wieder herausgeholt, da kann man schon mal den einen oder anderen Blick aus den Augenwinkeln heraus machen. Ich habe genau gesehen, dass da ein grosser Bereich mit viel Wasser ist, den muss ich mir einfach genauer ansehen. Aber nur wenn mich keiner beobachtet. Sicher ist sicher:-) Wir sind alle drei noch ziemlich schlapp und müde, die schweren Krankheiten haben uns mehr zu schaffen gemacht, als dass wir geglaubt hatten. Die Sonne tut uns immer sehr gut und wir geniessen es, in der sicheren Umgebung diese Wärme aufzunehmen.
Ich werde euch bald erzählen, wie es mit uns dreien weitergegangen ist. |